Landtagswahl 2021: Ortsrundgang Horrheim

Roland Zitzmann, unser Kandidat für die Landtagswahl 2021, informiert sich regelmäßig vor Ort, welche Themen lokal diskutiert werden. Bis zur Landtagswahl werden wir auch über seine Vor- Ort Termine außerhalb des Strohgäus berichten. In einem ausführlichen Rundgang zeigte die Horrheimer Ortsvorsteherin Anita Götz dem FDP Landtagskandidaten Roland Zitzmann, dem Zweitkandidaten Patrick Maier und Gästen ihren Stadtteil. 

Jahrhundertealte Weinbaukultur lädt zum Wandern ein

Neubürger Zitzmann, der vor vier Jahren mit seiner Familie ein Mehrgenerationenhaus in Horrheim bezogen hat und als Stadtrat im Ortschaftsrat kooptiert, wollte gerne mehr über seinen Heimatort wissen.

Man begann bei der Mettertalhalle, die in der Folge der Einbürgerung in den 70er Jahren gebaut wurde und bis heute gut genutzt ist. Der Eingang in den Gastraum sollte Barriere freier werden, eine Anfrage ist bereits bei der Stadt. Im Stadion, das einen großzügigen örtlichen Sponsor und Namensgeber hat, ist für Veranstaltungen gut ausgestattet. Und zum Feiern gibt es genug Anlässe, der Fußball ist gut aufgestellt und bei den Frauen spielt die 1. Mannschaft in der Regionalliga und die zweite in der Bezirksliga. 

Der Neubau im Garten der Kita ging kürzlich durch die Presse. Um den Bedarf für eine Krippengruppe zu decken und dadurch auch der bestehenden Kita wieder mehr Raum und bessere Möglichkeiten zu schaffen, wird viel Geld investiert. Der Bau in Holzmodulbauweise mit einem warmen rotbraunen Fußboden und einem großen vielseitig nutzbaren Balkon wirkt überzeugend. Zitzmann stellte dazu fest: „Unsere Kleinsten brauchen mehr Raum, z.B. zum Schlafen, das verursacht zwar mehr Kosten, was bei der finanziellen Lage der Gemeinde nicht einfach ist, die Investition sollte aber wichtig sein. Durch die Modulbauweise wäre der Bau bei Bedarfsänderung auch anders zu nutzen.“ Die Zukunft der danebenliegenden Schule ist mit der Schülerzahl und der freiwilligen Ganztagesbetreuung ebenfalls sicher. Hier staunt der Gast aus Ludwigsburg über den großen Schulhof mit vielen Spielgeräten, „wo sich die Corona-Abstandsregeln bestimmt gut durchführen lassen.“

Nach einer langen Durststrecke gelang 2016 mit der Eröffnung des Penny-Marktes durch einen örtlichen Investor der Durchbruch bei der Versorgung des Ortes mit Lebensmitteln. Er ergänzt die sehr gute Infrastruktur von Horrheim, wo noch neben einem Metzger und Bäcker vieles vorhanden ist. „Wir haben alles, von A – Z (Apotheke – Zahnarzt)“, erklärt Zitzmann. Ein Abstecher führt zu einem Spielplatz, wo im oberen Teil auf Wunsch der Jugendlichen eine modellierte Fahrradbahn geplant werden könnte. Nach den Erläuterungen von Anita Götz meint Stadtrat Zitzmann dazu, dass ein Vororttermin mit den Anwohnern und den Jugendlichen notwendig sei, um das Vorhaben zu besprechen. So könnten im Nachgang weniger oder keine Einwände kommen.

Die Straßenbaustelle mit wandernden Schwerpunkten in der Pforzheimer und Hohenhaslacher Straße ist eine Herausforderung für Einzelhandel, Tankstelle und Anwohner. Dass es dringend nötig ist, die Wasserleitungen, Glasfaser und Gasleitung zu verlegen, daran besteht für Ortsvorsteherin Götz kein Zweifel. Sie freut sich, wenn die Erneuerung der Durchfahrtstraße nächstes Jahr endlich fertig wird, die schon von ihrem Vorgänger seit Jahren gefordert wurde. Stadtrat Zitzmann ergänzt: „Anschließend bekommen wir einen schlaglochfreien Asphalt sowie zwei Übergänge. Diese verbinden den im Westen liegenden Ortsteil mit dem Ortskern und sind somit auch ein sicherer Weg für unsere Kita und die Grundschüler. Über die Lage der Querungshilfen gibt es jedoch verschiedene Ansichten.“

Vorbei an den Gärten und Grünfläche in Berengerstraße, Obere Gasse in die Mühltorstraße, am Zollhaus vorbei ging es in den alten Ortskern. Für die Nutzung der früheren Wiese hat die engagierte Ortsvorsteherin bereits visionäre Pläne; es soll auch eine Bürgerbeteiligung dazu stattfinden. Das Bärentürmle in der Stadtmauerstraße war Teil der früheren Stadtbefestigung (von der Mitte des 13. bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts wird Horrheim in Urkunden als Stadt bezeichnet). Weitere interessante Urkunden und Gegenstände sind im Museum im oberen Stockwerk des Bärentürmles zu besichtigen. Wo das Alte Amtshaus gestanden hat, wurde die Stadtmauer teilweise ausgegraben, hier soll Wohnraum entstehen.

Viel Potential und Historie gab es beim Schlendern durch den alten Ortskern bis zum Mittagessen im „Rebstöckle“ zu entdecken.

Bereits aus dem 15. Jahrhundert sind die alte Poststation und das Zollhäusle an der Metter, Zeugnisse der ehemaligen  Bedeutung des Ortes. Gegenüber über die Metterbrücke geht es um die Zukunft des VOBA-Geländes. Hier sollte auf jeden Fall der Arzt bleiben können, im unteren Bereich wäre noch genügend Platz, um das Gesundheitsangebot zu erweitern. An der Metter entlang auf dem Grabenbrunnenweg erkennt man noch die großen Gehöfte und erahnt die Zehntscheuer, die durch einen Blitzschlag abgebrannt ist.

Die Alte Kelter wird zurzeit von Grund auf saniert, darauf sind die Horrheimer zu Recht stolz. Vaihingen als Stadt des Weines wird wieder ein Weinmuseum haben und Möglichkeiten für Präsentationen und Veranstaltungen. Auch der Friedhof ist schön angelegt, dort soll im Herbst die alte Friedhofsmauer, die sich langsam nach innen neigt, wieder instand gesetzt werden. Letzter Punkt war der einzige Brunnen in der Forellengasse. Er ist gerade zur Reparatur und sollte danach möglichst wieder zum Wasserpumpen genutzt werden, somit könnte wie früher das Gießwasser geschöpft werden.

In Horrheim gibt es viel Geschichte und Weinbaukultur zu entdecken; außer den beliebten Badeseen sorgen weitere Seen und Brunnen für Bewässerung. Interessant ist der „Untere See“, der von den Mönchen des Klosters Maulbronn als Karpfengewässer angelegt und erst 1900 abgelassen wurde. Vom Naturschutz Deutschland (Nabu) wurden die Grundstücke des ehemaligen Sees zurückgekauft und der See im Winter 1986/87 als Ausgleichsmaßnahme für die Bahnstrecke Mannheim-Stuttgart wieder hergestellt – so ist es auf der Infotafel zu lesen. Vorbei am Benzelsriedsee mit wunderschönen Seerosen ging es durch die Weinberge zum neugefassten Eselsbrunnen, der von einer höher liegenden Quelle gespeist wird. Da deren Schüttung sehr gering ist, müssen die Wengerter beim Füllen ihres Wassertanks eine „Eselsgeduld“ aufbringen.

Horrheim ist für Touristen attraktiv, dafür wurde ein Weinlehrpfad und ein Rebsortenpfad gleich bei der Rebflurbereinigung angelegt. Ein 3 km langer Rundweg windet sich bis zum Aussichtspunkt, von wo man einen wunderschönen Blick bis zum Stuttgarter Fernsehturm und zum Windrad Ingersheim hat. Von hier aus lohnt sich der Fußweg weiter zu einer Führung oder einer Andacht auf dem Klosterberg. Dazu gibt es auch Privatinitiative wie die neu eingerichtete Sitz- und Verweilecke vom Weingut Dieter Faigle. Später wird es hier Weinproben geben, zum Abschlussgespräch nach der langen Tour konnte ein kühler Prosecco aus Roland Zitzmanns Kühltasche genossen werden.  

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