Demonstration in Ditzingen „Für Demokratie und Vielfalt“

Unter diesem Motto kamen am ersten Februarsamstag gut 400 Ditzinger zu einer Demon­stration gegen Rechtsextremismus auf dem Laien zusammen. Aufgerufen hatte der Jugendgemeinderat. Parteien, Organisationen und Kirchen waren dabei. Nach OB Makurath sprachen ein Zeitzeuge sowie Vertreter des AK Asyl und der Parteien. Für die Ditzinger FDP sprach der Ortsvorsitzende Dr. Henning Wagner.

In Ditzingen leben mittlerweile Menschen aus 100 Nationen. Und die Vielfalt wird zuneh­men durch Schutzsuchende, Migranten, die zu uns kommen, sowie Fachkräfte, die wir an­werben. Mit den Menschen kommen neue Mentalitäten, Sitten und Religionen. Jeder soll sich frei entfalten können und dafür besteht bei uns ein sehr großer Freiraum.

Für ein gutes Zusammenzuleben müssen alle Beteiligten gegenseitig Respekt und Toleranz aufbringen. Doch zugleich brauchen wir ein gemeinsames Werte-Fundament, das auch für die politische Auseinandersetzung gelten muss. Innerhalb des demokratischen Spektrums dürfen, ja sollen wir kontrovers diskutieren, ob links, Mitte oder rechts, ob sozial, konservativ, liberal oder grün; ob es um Wirtschaft geht, Putins Aggression, Migration, Soziales, die verschiedenen Wege des Klimaschutzes, Religion oder andere Themen. Doch wir sollten stets die Ge­mein­­­sam­keit der Demokraten im Blick haben und der Versuchung widerstehen, den demo­kratischen Gegner in die Nähe von Extremisten zu rücken. Das demokratische Lager ist deut­lich größer als die eng gefasste Blase mancher politischen Gruppen.

Aber in der politischen Auseinandersetzung wie im täglichen Mit­ein­ander muss es eine klare Grenze geben: Wenn Gegensatz in Hass umschlägt oder Widerspruch in Hetze; wenn Men­schen diffamiert oder verächtlich gemacht werden; wenn Diskriminierung, Rassismus oder Antisemitismus ausgedrückt werden, dann ist diese Grenze überschritten. Ebenso wird sie überschrit­ten, wenn unsere parlamentarische Demokratie angegriffen wird von Extremisten jeglicher Art, ob von völkischem Führerdenken, von religiösen Diktaturen oder von Revoluti­ons­­phanta­sien. Und keines­falls können wir akzeptieren, wenn in der politischen Auseinan­der­setzung Gewalt propagiert, angewendet oder gerechtfertigt wird. Für alle demokra­ti­schen Parteien und ihre Untergliederungen verbietet es sich, mit Extremisten zu kooperie­ren. Wir sind weit entfernt von einem zweiten 1933. Doch wir müssen wachsam sein und für unsere Demo­kratie einstehen - privat und öffentlich.

 

Henning Wagner

 

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